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Auswirkungen der Wechseljahre: Knochenstoffwechsel

Die Knochensubstanz verringert sich ab dem 35. Lebensjahr.

Knochen sind keine tote Substanz. Während des gesamten Lebens wird Knochensubstanz auf- und abgebaut. Bis zum 35. Lebensjahr überwiegen die Aufbauprozesse und die Knochenmasse nimmt ständig zu. Danach vermindert sich die Knochenmasse normalerweise jährlich um etwa 1,5 Prozent. Dieser Prozess ist altersbedingt.

 

Östrogene unterstützen den Aufbau der Knochen.

Der Knochenstoffwechsel wird aber durch vielfältige Faktoren beeinflusst. Gesteuert wird er durch Hormone, z. B. durch die Schilddrüsenhormone Kalzitonin und Parathormon, durch Vitamin D und durch Östrogene und Testosteron. Wie das genau geht, können Sie hier nachlesen. Östrogene beeinflussen den Knochenstoffwechsel, indem sie die Wirkung und Bildung der für den Knochenstoffwechsel wichtigen Hormone beeinflussen. Sie wirken anregend auf den Aufbau der Knochen.

 

Osteoporose ist kein unausweichliches Schicksal.

Aus diesem Grund wird die Osteoporose (Knochenschwund) häufig als eine Folgeerscheinung der Wechseljahre dargestellt. Diese Sichtweise ist so nicht richtig. Zwar spielen Östrogene eine wichtige Rolle im Knochenstoffwechsel. Aber nicht bei jeder Frau kommt es nach den Wechseljahren durch den Abfall des Östrogenspiegels (automatisch) zu einem krankhaften Knochenabbau. Das liegt daran, dass Osteoporose eine Erkrankung ist, die durch vielfältige Einflüsse entsteht. Fast immer müssen mehrere Faktoren zusammen und über eine längere Zeit auftreten, damit sich ein krankhafter Knochenschwund entwickelt. Allerdings ist etwa bei 25 Prozent der Frauen von einer Gefährdung durch den wechseljahresbedingten Abfall der Östrogene auszugehen. In manchen Fällen kann der Knochenschwund dramatisch sein.

 

Sie können selbst viel für einen starken Knochenbau tun.

Zu den Faktoren, die die Entstehung der Osteoporose begünstigen gehören u.a.:
  • zu wenig Bewegung
  • zu geringe Aufnahme von Kalzium und Vitamin D mit der Nahrung
  • zu wenig Sonnenlicht auf der Haut (ist notwendig, damit sich Vitamin D bilden kann)
  • andere Erkrankungen, die für den Knochenstoffwechsel ungünstig sind, z. B. Schilddrüsenüberfunktion, Leber- und Nierenerkrankungen, Diabetes, rheumatische Erkrankungen bei denen langfristig kortisonhaltige Medikamente notwendig sind.
  • häufiger längere Zeiten ohne einen Zyklus (z. B. bei Magersucht, Leistungssport), dadurch bleibt die normale vermehrte Östrogenausschüttung vor dem Eisprung häufig aus (vgl. weiblicher Zyklus).
  • später Beginn der Regel und früher Beginn der Wechseljahre verkürzen insgesamt den Zeitraum, in dem Östrogene wirken.
  • erbliche Belastung für Osteoporose.

 

Eine umfassende Darstellung der Osteoporose, ihrer Risikofaktoren, der Vorbeugung und Behandlung finden Sie hier.

An dieser Auflistung wird deutlich, dass viele Faktoren selbständig positiv beeinflusst werden können. Krankhafter Knochenschwund ist keine automatische Folge der Wechseljahre. Dennoch sollte jede Frau (nicht nur in dieser Zeit) besonders auf "ihre Knochen achten", denn Osteoporose ist, auch wenn kein Automatismus besteht, eine sehr häufig auftretende und sehr schwerwiegende Erkrankung.

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